Dienstag, 31. März 2009

Platte Kiste.

Wie schwer es ist, einen wirklich aufregenden und ungewöhnlichen Viral auf die Beine zu stellen, sieht man am neuesten Versuch von Mini.

Einfach nur spektakulär sein bringt es irgendwie auch nicht.

Vom Super ganz zu schweigen.



Viraler Spot „No Fake“ für Mini von der Agentur 19:13, München.

Sonntag, 29. März 2009

Westentaschen-Philosophie.

Kurzer Quartalsbericht. Ich fasse meine Erkenntnisse aus den Beiträgen der ersten drei Monate dieses Jahres zusammen.

Ein bisschen Nahrung für alle Kreativschaffenden, die Orientierung suchen – gerade nach dem wirklich fundierten Beitrag vom letzten Donnerstag.


Also, zur Lage der Werbung (Stand 03/09):


Es kristallisieren sich drei Formen von guter Kreation heraus:

1. Werbung, deren Unterhaltungswert überzeugender als die Botschaft ist.

2. Werbung, deren Botschaft überzeugender als die Umsetzung ist.

3. Beides auf einmal.


Wie man das erreicht?

1. Durch eine überraschende Umsetzung einer banalen Botschaft.

2. Durch eine überraschende Botschaft, deren Umsetzung fast logisch erscheint.

3. Durch beides.


Je ein praktisches Beispiel zu Punkt 1 bis 3 folgt unten. Die Beispiele sind aus früheren Beiträgen bekannt.

Kreativität kann so einfach sein.

Zurück zur Arbeit.




Beispiel zu 1: TVC „Walk-in-fridge“ für Heineken von TBWA/Neboko Amsterdam (zum Beitrag).




Beispiel zu 2: TVC „Love distance“ für Sagami Condome von GT Tokyo (zum Beitrag).




Beispiel zu 3: TVC „Monkey“ für Pizza Pops von Cossette Communications, Toronto (zum Beitrag).

Donnerstag, 26. März 2009

Oma fiel ins Klo.

Warnhinweis: Dieser Beitrag hat keine Substanz und unterliegt absolutem Niveau-Alarm. Weiterlesen ist nur gestattet, wenn man ein paar Kalauer in der Reihe unbeschadet aushält.

Ein guter Bekannter beschickt mich regelmäßig mit Links zu Filmen, die er erwähnenswert findet. Wohl in der Hoffnung, dass ich sie in meinem Blog einem größeren Kreis von Menschen zur Kenntnis bringe.

Manche Arbeiten sind hervorragend und wurden von mir auch schon aufgegriffen. Andere finde ich Banane. Und dann gibt es noch die eingangs erwähnte Abteilung "Niveau-Alarm".

Das unten folgende Privat-Werk arbeitet nach folgendem Prinzip:

Man lauscht englischen Refrains aus bekannten Songs, kann aber auch auf Deutsch einen Sinn raushören.

Der private Radiosender ffn hat daraus ein Sendeformat unter dem Motto gemacht: Oma fiel ins Klo (der Original-Refrain zu diesem Satz lautet: all my feelings glow).

Ich kann mir vorstellen, dass auch einige andere Sender in Deutschland das Format übernommen haben und es euch somit bekannt ist.

In dem Video sind über ein Dutzend dieser Hörverdreher zusammengestellt.

Ich zeige es hier – ganz gegen meine Gewohnheit – weil ich beim Ansehen einfach lachen musste. Da Lachen Blockaden und Verrenkungen im Hirn löst, bietet es Euch eventuell eine willkommene Entspannungshilfe.

Mein Favorit: Du blöde Sau von Michael Jackson.

PS: Mein lieber Torsten E., du hast dein Ziel endlich erreicht. Nämlich das Niveau dieses Blogs herunter zu ziehen.

Sei's drum.



Youtube-Video „Komiche Dinge hören“.

Mittwoch, 25. März 2009

Promi-Auflauf.

Gäbe es einen Preis für den dauerhaft kreativen Umgang beim Einsatz von Prominenten, so müsste man den an Nike verleihen.

Ganz abgesehen davon, dass der neue Spot die einfache Idee hat, endlich mal einen Wettbewerb unter Läufern auszurufen, der das schwächere gegen das vermeintlich stärkere Geschlecht antreten lässt (politisch herrlich inkorrekt), integriert er zudem gleich eine ganze Reihe von Promis in einem einzigen Spot.

In unaufdringlicher und sympathischer Weise.

(Ich habe natürlich den Fußballspieler Zlatan Ibrahimovic, den Tennisspieler Roger Federer und die Vorzeige-Tussi von Sex in the City, deren Namen ich gerade verdrängt habe, erkannt. Aber sicher sind da noch mehr Starlets drin).

Das ist mal wieder eine dieser international wunderbar funktionierenden Kampagnen, die man gerne mehrmals ansieht.

Empfehlung: Lass jetzt laufen (unten – oder in noch besserer Qualität hier).




TVC „Men vs. Women“ für Nike von der Agentur 72andSunny.

Dienstag, 24. März 2009

Delirium.

Gestern erst haben wir über Lieblingswörter philosophiert. Das Wort Delirium ist auch ein schöner wie seltener Begriff und könnte leicht einen Platz in meiner „All time favorites“-Wörterliste finden.

Wenn es eine gäbe.

Delirium ist aber auch der Name eines neuen TV-Spots für Timberland.

Ich denke, dass man mir nicht vorwerfen kann, in diesem Blog extrem mit Eigenlob um mich zu werfen, aber wenn unsere Agentur einen guten Spot produziert, dann möchte ich ihn auch erwähnen dürfen.

Zumal er nicht aus der Hamburger Agentur stammt, sondern von unseren englischen Kollegen entwickelt wurde.

Leagas Delaney hat übrigens schon vor Jahrzehnten für die Marke Timberland gearbeitet.

Hier eine der bekanntesten Anzeigen der damaligen Zeit:



Timberland-Anzeige von Leagas Delaney aus den 80er Jahren.

Letztes Jahr nun haben die Londoner den Kunden ein zweites Mal für sich begeistern können. Mit einer ganz einfachen Straegie.

Back to the roots.

Timberland war zu einer Modearke mutiert und hat in der Masse der Fashionlabels sein Profil verloren.

Jetzt besinnt sich die Marke wieder auf ihren Kern, nämlich Outdoor, und zeigt sich in der Natur und deren Urgewalten als verlässlicher Partner.

Im Spot „Delirium“ sieht man einen Schiffbrüchigen, der seine Rettungs-Halluzinationen beschreibt. Um am Ende von einem ganz profanen Windstoß gerettet zu werden.

Weil er Schuhe aus umweltfreundlichen Material trägt (Earthkeeper), hat ihm die Natur geholfen, den Weg zurück in die Zivilisation zu finden.

Der Gedanke „Natur belohnt dich, wenn du umweltfreundlich handelst“ mag nicht ganz neu sein, aber er ist so ungewöhnlich umgesetzt, dass man gerne darüber hinweg sieht.

Oder?





TVC „Delirium“ für Timberland von Leagas Delaney London.