Montag, 20. Juli 2009

Schlafen im Job.

Bei mir kommt es kurz nach dem Lunch. Die Augenlider werden so verdammt schwer. Ich fühle mich unendlich müde. Es kann dann passieren, dass ich diese Müdigkeit durch den Rest des Nachmittages schleppe und mich nicht mehr richtig konzentriert fühle.

Wenn es genug Adrenalin in den Nachmittagsmeetings gibt, geht es natürlich schnell vorbei. Wenn nicht, wird es zäh.

Mich hat immer schon genervt, dass ich nicht mal irgendwo kurz eine Runde in der Agentur pennen konnte. Bei einigen Agenturen war das sogar total verpönt.

Wir haben in unseren neuen Agenturräumen deshalb zwei Schlafzimmer eingerichtet.




Eines von zwei Schlafzimmern bei Leagas Delaney Hamburg.

In diese Räume kann sich jeder Mitarbeiter zurückziehen und einen 15 bis 20 Minuten Schlaf abhalten.

Danach fühlt man sich definitiv besser. Die Lidschwere ist verschwunden. Der Rest des Tages wird viel effektiver (weil konzentrierter) genutzt.

Es gibt Untersuchungen von Wissenschaftlern, dass der Probant besser denkt, der ausgeschlafen hat. Besonders in Sachen Kreativität schnitten die Teilnehmer viel besser ab als die müde Konkurrenz. Und das Rapid Eye Movement (schnelle Augenbewegung) wird sowieso schon länger für das kreative Denken mit verantwortlich gemacht.

Der Kurzschlaf ist das ideale Energieauflade-Instrument.

In Japan heisst er Inemuri – was übersetzt “schlafend präsent sein” bedeutet.

Ich kann das nur bestätigen, denn als ich vor rund 18 Jahren mit einem überfüllten Zug von Tokyo nach Kyoto gefahren bin, schliefen die Japaner während der Fahrt im Stehen. Während mein Begleiter und ich die einzigen waren, die sich vor Müdigkeit auf den Boden flezten, standen selbst betagte Japaner die ganze Fahrt durch.

Und schliefen.

Wir Europäer kennen den Kurzschlaf am ehesten unter dem Begriff “Siesta”. Das bedeutet die sechste Stunde zur Mittagszeit. Sie wird den Menschen in südlichen Ländern wegen der hohen Temperaturen zugestattet. Und wenn man da arbeitet, weiß man auch, dass das absolut Sinn macht.

Die spanische Wirtschaft plant aber wohl, die lange Pause von 14 bis 17h zu verkürzen, um ihre Effektivität zu steigern. Zwischen 20 Minuten und 3 Stunden ist denn auch ein gewisser Unterschied.

Ich glaube an die Kraft des Schlafes während der Arbeit. Er sollte nur nicht von 9 bis 18h dauern.

Kommentare:

ramses101 hat gesagt…

Ist das tatsächlich noch so verpönt? Ich dachte, seit den Managern der Mittagsschlaf in ihren Motivationsseminaren als "Power-Napping" verkauft wird, wäre das wieder absolut okee.

Kann ich auch nur empfehlen, wobei ich ein richtiges Bett schon fast wieder gefährlich finde. Pennt man da nicht ganz schnell richtig weg? Mir reicht es jedenfalls, die Rückenlehne in Schlafposition zu bringen. So bin ich nie "ganz" weg und werd nach 20 Minuten wieder komplett wach. Keine Ahnung, wie das funktioniert.

meistermochi hat gesagt…

dachte die rem-phase kommt erst nach stunden?!

Hans-Joachim hat gesagt…

Du hast ja so recht... Deshalb gibt es bei uns im House of Packshots/ FILMHAUS alte Lederturnmatten... für ein kleines Nickerchen... ich komme dann mal nach HH zum Powernapping..

Anonym hat gesagt…

BULLE!

Anonym hat gesagt…

wir haben auch so was. aber leider auf der chefetage. ich kenne niemanden, der das angebot schon mal
genutzt hat. schade.

empfehlenswert: mal ne kleine nap-lecture von einer yogalehrerin oder so. hab das früher auch gemacht. auch so ein kurzschlaf will gelernt sein. und dann ist das perfekt.

SZ hat gesagt…

Wenn ich Lidschwere habe schlafe ich auch ohne Yogalehrerin.

Anonym hat gesagt…

Naja! Im Agenturgeschäft, in dem man eh schon mit vollem Tisch und sportlichen Deadlines spät nach Hause kommt, nun auch noch nen Mittagsschlaf. Wenn man die Zeit und Muße wirklich hat. Da ist der schwarze Bohnenextrakt doch häufig the weapon of choice.

Condoliza hat gesagt…

Bitte beachten:
Fällt das Lid auf das Glied ist es auch im Office shiet.
Guts Nächtle.

Anonym hat gesagt…

Sehr witzig.

Anonym hat gesagt…

Mit Sicherheit witziger als die Diskussion um den
Bergsteiger, der da grad sein ewiges Schläfchen hält.

Banause hat gesagt…

Rapid Eye Movements erlebt man erst in einer Tiefschlafphase, welche innerhalb von 20 Minuten garantiert nicht erreicht werden kann. Und das ist auch gut so. Verlässt man nämlich während einer Tiefschlafphase das Land der Träume, ist man hinterher noch verklatschter als vorher.

phigo hat gesagt…

sehr gute und auch sehr sinnvolle idee finde ich, ist in unsrer agentur leider völlig verpönt. dabei heißt es doch wer schläft, der ja genau.

Anna Nymus hat gesagt…

phigo, für diese Antwort hättste eigentlich ein Küßchen verdient.

Anonym hat gesagt…

"Kurz nach dem LUNCH".. da hab ich schon keine Lust, noch weiterzulesen. Ist Mittagessen/Mittagspause kein akzeptabler Begriff mehr im affektierten deutschen Werber-Jargon? Hört sich wahrscheinlich zu sehr nach Schaffi an. Unsympathisch.

SZ hat gesagt…

Ob man weiterliest oder nicht, sollte man eher vom Inhalt als von Worten abhängig machen. Aber im Prinzip gebe ich dir recht: http://textergesucht.blogspot.com/2009/01/denglischer-schwachsinn.html