Mittwoch, 1. April 2009

Kein Scherz.

Nachdem meine Tochter mich beim Frühstück schon darauf aufmerksam gemacht hat, dass heute der 1. April ist, nahm ich die Meldung im Radio, dass ab sofort lila Plaketten für Frauenparkplätze vergeben werden, mit Gelassenheit auf.

Mehrere Privatsender (RSH, FFN, Radio Hamburg, 106.8), die man im Hamburger Raum empfangen kann, verkündeten heute in den Nachrichten, dass zum 1. August in allen bundesdeutschen Städten mit über 25.000 Einwohnern eine lila Plakette für Autofahrerinnen eingeführt und die Hälfte aller Parkplätze in Frauenparkplätze umgewandelt wird.

Zu Beginn des Anmeldezeitraums darf die Gesellschaft "Lila-Plakette GmbH" eine Anzahl von 100.000 Plaketten auch an männliche Bewerber verlosen. Diese Verlosung erfolgt nur am Starttag (1. April) und erstreckt sich über das gesamte Bundesgebiet.

Keine schlechte Verarschung, zumal mehrere Sender mitzuziehen scheinen.

Doch wenden wir uns von solch infantilen Promotions zu Ehren eines einzigen Tages ab und kommen zu Kommunikationsideen, die mehr sind als nur Unterhaltung:

BMW führt den Roadster Z4 in den USA mit einem Kunstwerk ein.

Zugegeben, dass Kampagnenmotto „The Art of Driving“ ist total abgenudelt, aber dafür ist eben die Umsetzung einzigartig und verzeiht wieder mal die dünne Botschaft (passt bestens zu Punkt 1. meiner Westentaschen-Philosophie).

Anstatt den Wagen selbst zu bepinseln (wie Warhol und Lichtenstein das schon für BMW getan haben), hat man den Künstler Robin Rhode gebeten, ein Fußballfeld großes Bild zu gestalten und den BMW Z4 als Pinsel zu benutzen.

Der Wagen wurde mit speziellen Farbspendern an seinen Rädern ausgestattet und fuhr dann über die riesengroße Leinwand. Jake Scott hat das gefilmt (vermutlich der Sohn von Tony oder Ridley Scott – denn er hat das für deren Filmproduktion RSA getan).

Ein weiteres Beispiel für „radikale Umsetzung einer lauen Botschaft“.

Absolut PR-trächtig.

Well done.



Spot „Art of Driving“für den BMW Z4 der Agentur GSD&M Idea City in Austin, Texas.

Kommentare:

Benjamin Kraatz hat gesagt…

Puh, also mich haut auch die Inszenierung nicht vom Hocker. Kurz gesagt: langweilig!

So spielt man mit Farbe:
http://www.youtube.com/watch?v=GURvHJNmGrc

Zugegeben, vom Produkt her sicher nicht 1:1 vergleichbar, aber dennoch um Welten besser und einer meiner absoluten Lieblingsspots.

BK

SZ hat gesagt…

Puh, der Spot ist ja eine Uralt-Kamelle, einer der ersten Bravia-Spots von Fallon. Der ist doch längst schon als "hervorragend" von allen Kreativen abgefrühstückt – auch wenn es aus der Serie weit bessere gibt (siehe die Anfangsbeiträge in diesem Blog aus 2008).

Anonym hat gesagt…

Für so viel Aufwand kommt mir am Ende zu wenig raus.

PR-trächtig ja, aber die bekommt ein x-beliebiges Sternchen auch, wenn es sich mit Farbe einschmiert und nackt über eine Leinwand wälzt.

Ich will nicht sagen, dass es nach "artsy fartsy" riecht, aber die Umsetzung finde ich nicht einzigartig. Jackson Pollock bei der Entstehung seiner großflächigen Werke zuzusehen ist mindestens genauso spannend.

Und wenn man die Botschaft hört, denkt man doch automatisch "Jetzt bitte nicht irgendwas mit Kunst!" Und was dann passiert (nämlich genau das Befürchtete), reißt mich nicht gerade zu Begeisterungsstürmen hin.

Das andere Thema.

Erinnert sich noch jemand an Karl-Heinz Rummenigges Spaghetti-Allergie? Ich bin gespannt, was die Tagesschau heute bringt :)

Gruß,
Christian

sossenteufel hat gesagt…

schon n bisschen langweilig der spot... hab vergeblich auf die überraschung gewartet.