Sonntag, 7. Juni 2009

Alle Werbeformen im Überblick.

Schönen Start in die Woche.

Marketing Kurs auf italienisch.

Freitag, 5. Juni 2009

Wahre kreative Helden.

Yann Arthus-Bertrand ist Fotograf. Auch wer ihn nicht kennt, wird seine Bilder schon mal irgendwo im stern oder in GEO gesehen haben. 

Er ist bekannt geworden mit seinen Aufnahmen unserer Erde. Und zwar aus der Vogelperspektive (meistens mit Hubschrauber). Seine Bilder sind Realität, sehen aber aus wie Kunstwerke.

 


Zwei beispielhafte Aufnahmen von Yann Arthus-Bertrand.


Dieser Mann dürfte mittlerweile die ganze Erde von oben abgelichtet haben.

Jetzt hat einen Film gedreht. Sein Titel: „Home“.

Mit einer extra für das Militär entwickelten Kamera, die in einer vibrationsfreien Kugel am Helikopter aufgehängt wurde, hat er sich monatelang in die Luft begeben.

Das Ergebnis ist ein zweistündiger Kinofilm, der aber nicht im Kino zu sehen ist. Denn Yann Arthus-Bertrand möchte damit kein Geld à la Hollywood verdienen.

Yann Arthus-Bertrand ist Idealist. Er möchte mit dem Film die Menschen auf den bedenklichen Zustand der Erde aufmerksam machen.

Deshalb kann ihn jeder Mensch kostenlos sehen.

Ab heute. Auf YouTube (hier).

Warum heute? Weil heute der Welt-Umwelttag ist.

Ich finde diese Aktion beeindruckend und sie bereitet mir eine Gänsehaut. Der Film ist fantastisch und erschreckend zugleich.

Ein Zitat von Yann Arthus-Bertrand unterstreicht mein Gefühl:

„Selbst Aufnahmen von Menschen, die mit Vögeln eine rauchende Müllkippe in Dakar durchkämmen, haben eine gewisse Schönheit. Wenn man dann am Boden ist und die Dämpfe des schwelenden Plastiks einatmet, die sie vergiften, könnte man heulen.“

Und noch ein Zitat:

„Ich habe keine Lösung parat. Aber es gibt 6,5 Milliarden Lösungen in den Köpfen. Wir müssen nur zusammen daran arbeiten“.

Was wir längst wissen: Wieder mal sind kreative Ideen gefordert.

Was mich aber am meisten beschäftigt ist folgendes:

Ein Mensch hat ein kreatives Talent, dass er nicht kommerzialisiert, sondern idealisiert und für eine gute Sache einsetzt.

Da kann man nur verschämt zu Boden blicken – mit all seinem Egoismus.

Was sind Goldideen gegen ein solches Projekt?

Ein starker Film. Ein wahrer kreativer Held.

Chapeau, Yann Arthus-Bertrand.



Der zweistündige Film "Home" von Yann Arthus-Bertrand ist ab heute, dem Welt-Umwelttag, kostenlos auf YouTube zu sehen. Link hier.


Donnerstag, 4. Juni 2009

Neidisch.

Wer kreativ arbeitet, der kennt das ohnmächtige Gefühl, das einen manchmal überkommt, wenn man eine geniale Lösung für eine Aufgabe sieht, über die man selbst schon oft nachgebrütet hat.

Gestern habe ich mal wieder so ein Beispiel gesehen.

Es ist die Website einer mittelständischen Werbeagentur namens BooneOakley in der amerikanischen Provinz irgendwo in North Carolina.

Wie oft haben wir hier schon über unsere Eigendarstellung und unsere Website nachgedacht. Und auch, wie neulich jemand im Kommentar richtig bemerkte, über eine bessere Präsenz von LD in der deutschen Werbebranche.

Und dann sieht man so eine verblüffende Idee.

Die Leute von Boone Oakley haben einfach ihre Website auf YouTube gestellt.

Klickt man also booneoakley.com, so landet man auf YouTube und sieht einen interaktiven Film, in den man – wie auf einer Website – hinein klicken kann.

Dazu ist das Ganze mit dieser typisch amerikanischen Unaufgeregtheit umgesetzt worden. Trotzdem fehlen nicht ein paar nette Spitzen gegen die großen Networks.

Genial. 

Auch wenn gleich wieder der ein oder andere einen mahnenden Kommentar schreiben wird, dass interaktive Filme oder gar interaktive Websites auf YouTube schon irgendwann von irgendwem gemacht wurden:

Dieses Ding hier ist einfach nur richtig klasse und erzeugt bei mir einen gesunden Neid.

Gesunder Neid?

Dass ist der, der dich zu Höherem motiviert.

Interaktive Website der Agentur Boone Oakley, Charlotte NC, auf YouTube.

Mittwoch, 3. Juni 2009

Lauter Labs um einen herum.

Wie der regelmäßige Leser weiß, bewege ich mich täglich häufiger im Internet – im Gegensatz zum Durchschnitt meiner Altersgenossen zwischen 40 und 50.

Ich e-maile (was vermutlich fast alle in meiner Altersklasse tun).

Ich „searche“ (was vermutlich auch fast alle tun).

Ich kaufe online (was vermutlich 75% tun).

Ich ersteigere und versteigere (was vermutlich 50% tun).

Ich bin – eher unwillig – in einem sozialen Netwerk (was vermutlich 25% tun).

Ich twittere (was vermutlich 5% tun).

Ich blogge (was vermutlich 1% tut).

Für Mediaplaner bin ich ein Silver Surfer. Allerdings habe ich erst durch Bloggen und Twittern einen leisen Einblick bekommen, wie sich in dieser Welt jeder mit jedem vernetzt (oder es zumindest versucht). 

Und wie im Web Informationen fließen und Meinungen gebildet werden.

Wer es also wissen will, sollte damit anfangen.

Es entsteht eine ganz neue Hemisphäre an Kommunikationstechniken, die für uns Kreative interessant sind. Und natürlich auch für unsere Kunden.

Weil das nun keine neue Erkenntnis ist, findet man inzwischen ganz viele so genannte Agentur-Labs, die die neuesten der Neuen Medien erforschen.

BBH Lab, Media Arts Lab oder Heye Digital Lab - um nur drei wahllos zu nennen, die mir spontan einfallen

Vor ein paar Tagen las ich von dem in der Szene bekannten und geschätzten Blogger Faris Yakob (hier), dass er Chief Technology Strategist bei McCann-Erickson in New York ist.

Chief Technology Strategist?

Nun, ich stelle mir darunter einen Planner vor, der alle innovativen Kommunikationskanäle screent und nach ihrer Kampagnentauglichkeit abklopft. 

Könnte demnach auch Chief Laborist heissen.

Hört sich für Kunden gut an, ist sicher auch interessant (wenn man es sich als Agentur leisten kann) und unterstreicht die Tatsache, dass man Kampagnen wieder von hinten aufzuziehen beginnt. 

Will sagen, man sucht zuerst die für das Problem und das Budget geeigneten neuen digitalen Kanäle oder technischen Möglichkeiten, bringt diese ins Planning mit ein und überlegt sich dann, wie man es kommuniziert.

Das kann Sinn machen. Allerdings besteht auch die Gefahr, dass man vor lauter „Neuigkeits-Wahn“ oder „Erster-sein-Hysterie“ die Sinnhaftigkeit für die Marke aus den Augen verliert.

Bei allem Technologie-Hype, es ist doch irgendwie beruhigend, dass es immer noch Werbung gibt, die ihren Weg an die Öffentlichkeit ohne Labs findet.

Apple bietet mit seinem iphone viele verschiedene "apps" (applications) an . Mit der app „brushes“ hat der Künstler Jorge Colombo einen Titel des amerikanischen Magazins New Yorker gezeichnet.

Der sieht cool aus (würde mich aber nicht wundern, wenn die apps in den Apple Labs entstanden sind).

Ok, genug ge-lab-ert.




Der Titel des New Yorker, gezeichnet von Jorge Colombo auf einem "iphone app" namens brushes.

Ausschnitt der abc News über die New Yorker Aktion.

Montag, 1. Juni 2009

Wenn Verbraucher die bessere Werbung machen.

Das Internet hat in gewisser Weise für die Demokratisierung der Kommunikation gesorgt. Selbst in China verschaffen sich viele Menschen, trotz Internetzensur, den Zugang zu allen Informationsquellen, die sie interessieren.

Durch Blogs, YouTube, Facebook, Twitter und all diesen anderen, neuen Ikonen der digitalen Gesellschaft kann quasi jeder Mensch für wenig Geld Kommunikation für viele Menschen machen. Und wenn es einer sehr gut macht, sehen sich seine Kommunikation sogar sehr viele Menschen an.

Nix Neues, ich weiß.

Interessanter wird es für Euch vielleicht, wenn Verbraucher ihre eigenen Werbefilme für Produkte machen. Zum Beispiel die bestehende Werbung eines Unternehmens so umarbeiten, dass sie viel besser als der eigentliche Film wird.

Nachfolgend ein Beispiel für einen Küchen-Häksler namens Slap Chop (das Teil hätte ich übrigens gerne, wenn jemand weiß, wo man den in Deutschland kriegt, bitte melden).

Der eigentliche Film ist so ein typisch amerikanisches Verkaufsvideo für die Shopping TV Kanäle, mit einem Dauerredner namens Vince.

Darunter die Rap-Version eines DJs names Steve Porter.



Der Original-Film für SlapChop mit Salesman Vince.



Die RapChop-Version von DJ Steve Porter.