Samstag, 5. Februar 2011

Vereinte Glücksmomente.

Hinterher sieht alles immer so einfach aus. Aber es ist ein ziemlich beschwerlicher Weg, solch ein Projekt zu Bekanntheit zu führen. Denn wenn man sich aufmacht, den Weg zu beschreiten, weiß keiner, ob er jemals von Erfolg gekrönt sein wird.

Unsere Kampagne „Stop talking. Start planting“ ist das Beispiel, wie eine Idee viel Leidenschaft, viel Ausdauer und rund zwei Jahre benötigt, um Weltruhm zu erlangen.

Als einen schon das Gefühl beschlich, die Kampagne kommt nicht aus dem Quark, explodiert sie plötzlich. Keiner kann genau erklären, warum. Denn die Idee selbst war schon ein Jahr vorher veröffentlicht worden. Vermutlich kamen viele Aktionsstränge, die wir parallel gestartet hatten, auf einmal zum Tragen.

Unser Engagement für Plant-for-the-Planet wurde nicht aus der oft unterstellten Motivation gestartet, Medaillen zu gewinnen. Es wurde gestartet, weil mein Partner Hermann Waterkamp vor rund 5 Jahren einen gewissen Frithjof Finkbeiner und dessen wahnsinnige (im wahrsten Sinne des Wortes) Initiative kennen lernte.

Einen Mann, der einst sein Unternehmen verkaufte, um sich einer sinnvolleren Tätigkeit zu verschreiben als Geld zu scheffeln. Mit seiner Foundation Global Marshall Plan wollte er eine gerechtere Weltwirtschaftsordnung herstellen.

Eine Welt in Balance.

Es geht dabei um einen besseren weltweiten Ordnungsrahmen, eine nachhaltige Entwicklung, die Überwindung der Armut, den Schutz der Umwelt, Gerechtigkeit und in der Folge ein neues Weltwirtschaftswunder.

Was kompliziert und komplex klingt, war auch kompliziert und komplex zu kommunizieren. Vor allem, wenn kein Budget vorhanden ist.

Doch der ungebrochene Elan gepaart mit der nötigen Penetranz, die Frithjof für sein Projekt an den Tag legte, hielt uns bei der Stange. Dieses bemerkenswerte Unternehmertum musste man einfach unterstützen.

Durch Zufall wurde Frithjof auf Plant-for-the-Planet aufmerksam.

Auf die genial einfache Idee, möglichst viele Bäume zu pflanzen, um dem CO2-Ausstoß entgegen zu wirken.

Und Frithjof hatte ein zusätzliches Schlüsselerlebnis.

Er konnte mit Politikern und Wirtschaftsbossen über sein "Welt in Balance"-Anliegen reden und reden, aber er fand wenig Gehör.

Einer einfachen Botschaft wie "Bäume pflanzen" dagegen, vorgetragen von Kindern, wurde  jede Menge Gehör geschenkt. Ob aus Höflichkeit, aus Empathie oder aus Rührung?

Egal, Frithjof sah seine Chance, mit PFTP mehr Resultate für eine bessere Weltordnung erzeugen zu können als mit seiner Global Marshall Plan Foundation.

Kurzerhand fragte er ein Kind, das er wohl am ehesten und schnellsten von seinem Anliegen zu überzeugen annahm. Er fragte seinen Sohn Felix.

Ihr Ziel: eine Million Bäume in einem Jahr zu pflanzen und in jedem Land der Welt mindestens einen Kinder-Botschafter für dieses Projekt zu finden.

Felix fand Spaß daran (kein Wunder, bei den Genen). Und hat den Job fantastsich erledigt. Mit allen „Preisen“, die man dafür erhält – aber auch bezahlen muss.

Aus unserer Kampagnen-Idee „Stop Talking. Start Planting“ mit der simplen plakativen Hand-vor-den-Mund-halten-Symbolik ist inzwischen eine Kampagne geworden, die am 2. Februar von Felix vor den Vereinten Nationen vorgetragen wurde.

Ich glaube, dass der Erfolg dieser Botschaft der Müdigkeit vieler Menschen geschuldet ist, die sie gegenüber dem Gelabere von Politikern entwickelt haben.

Es kommt nicht oft vor im Leben von Kreativen, dass eine Idee solch ein Medieninteresse erzeugt. Sie wird aber vor allem durch ihre Initiatoren getragen. Durch Frithof und Felix. Die Million Bäume sind längst gepflanzt.

Ihr nächstes Ziel heisst: Trillion Trees.

Die Kampagne, die mit keinem Budget entwickelt und gestartet wurde, hat inzwischen ein Mediavolumen erreicht, das für uns selbst unvorstellbar ist.

Ein Projekt zu Bekanntheit zu verhelfen, das zu einer besseren Welt führen kann, ist eine Genugtuung, die jede Kreativmedaille übertrifft. Der Anblick des Videos unten kann einen Kreativen wirklich für ein paar Momente glücklich machen:

Job done!

Bleibt die Erkenntnis für alle, die sich auch gerne für solch eine Idee oder solch ein Projekt einsetzen wollen, dass man den Erfolg sehr schwer voraussagen kann. Auch wenn wir sogenannten Kommunikationsexperten immer so tun, als wüßten wir es: die Ungewissheit begeleitet dich unaufhörlich. Und je länger der Erfolg ausbleibt, desto härter ist das Durchhalten.

Wer es mit einer Idee zu Weltruhm bringen möchte und sich pro bono für solch eine Aufgabe einsetzt, der braucht einen langen Atem und viel Einsatzbereitschaft.

Beides fällt allerdings umso leichter, wenn man selbst an die Sache glaubt.

Schon einen Baum gepflanzt?



Kommentare:

Anonym hat gesagt…

Weil irgendwie keiner kommentiert:
Großartig. Sowohl die Aktion, als auch die Kampagne und nicht zuletzt Felix.

Matt hat gesagt…

Wieviel Hubraum haben die Firmenwagen zusammen? Nur um mal aus der Credibility Ecke zu kommen.

A5 S-Version? Oder hat dein Kompagnon auf Fabia-Eco downgesized?

SZ hat gesagt…

Kompagnon fährt Superb.
Ich fahre Yeti.
Nicht die Greenline-Version, zugegeben. Aber deshalb erlauben wir uns trotzdem, für diese gute Sache tätig zu sein. Ob darunter die Glaubwürdigkeit leidet, musst du entscheiden. Wir können das mit unserem guten Gewissen vereinbaren.

Matt hat gesagt…

find ich prima, dass Ihr beide downgesized habt. Ehrlich.