Donnerstag, 9. Dezember 2010

Geschäftstüchtige Löwenzüchter.

Diese Woche weht ein Hauch von internationaler Kreativ-Elite durch Hamburg. Vorbereitet durch ein schon an den Tatbestand der Körperverletzung grenzendes Bombardement von Newslettern, kam auch ich nicht am Eurobest-Wettbewerb vorbei.

Aber warum gerade Hamburg? Wo es woanders doch ein noch kreativeres europäisches Metropolenflair gibt (London, Paris, Barcelona, Amsterdam)?

Ich muss gestehen, dass der Eurobest-Wettbewerb auf meiner Proritätenliste ziemlich weit unten rangiert. Kurz vor der Bedeutungslosigkeit. Wie auch die bisherige Ranking-Bewertungspunktzahl des Wettbewerbes zeigt.

Der Eurobest ist – oder vielmehr soll – die rein europäische Ausgabe des Cannes Festivals sein und wird von den gleichen Organisatoren (ein Unternehmen namens IAF - International Advertising Festival) auf die Beine gestellt. Partner des IAF in Deutschland ist die Weischer Mediengruppe.

Vermutlich war es genau dieser Grund, nämlich die mangelnde Bedeutung des Wettbewerbes, dass man sich bei den Veranstaltern gefragt hat, wie die kreative Schmusekatze wieder in eine attraktiven Zirkusnummer verwandelt werden kann.

Der unbedarfte Kreative denkt bei Wettbewerben nicht unbedingt an die geschäftliche Seite. Die Macher schon. So ein Cannes Festival dürfte ein richtig lukrativies Geschäft für die Organisatoren sein, bei dem ein paar Millionen übrig bleiben.

Will man also seine B-Range, in diesem Fall den Eurobest, wieder zu prächtigeren Gewinnen führen, so beginnt man einfach in dem Markt mit einem Event, in dem die meisten „Kunden“ sitzen.

Wir müssen nicht lange raten, um uns selbst mit unserer weltweit größten Kreativ-Award-Produktions-Industrie als zahlungskräftigstes Klientel von IAF/Weischer zu identifizieren.

Dazu kommt natürlich unsere kreative Eitelkeit gepaart mit dem Durst nach dem Duft der großen weiten kreativen Werbewelt, der Hamburg zu einem dankbaren Festivalpflaster kürt.

Die Ausbeute deutscher Agenturen war in dieser Woche denn auch gigantisch (um die 50 Eurobests).

Besonders die deutsche DDB hat allen anderen mal wieder gezeigt, dass sie gut im Kreativpreise machen – und damit auch im Kreativpreise gewinnen ist.

Warum die Werbewelt neben dem Cannes Festival auch noch ein Eurobest Festival braucht, kann nur vom Veranstalter ganz eindeutig beantwortet werden:

da verdient er an den gleichen eingesandten Arbeiten noch mal.

Kommentare:

milchsaeure hat gesagt…

Hallo Herr Zschaler,
Glückwunsch. Glasmusik hats unter die Top 15 Spots des Jahres bei W&V geschafft. Schönet Ding!

SZ hat gesagt…

thx