Freitag, 27. November 2009

Meine Schwäche für schlaue Offs.

Ich bin kein hyperaktiver Facebooker, sonst würde ich vermutlich gleich eine Gruppe „Schlaue Offs“ oder „Schlagende Punchlines“ gründen.

Aber ich habe eine absolute Schwäche für wirklich gut gedachte Sätze, die nicht nur das Sahnehäubchen auf einen ungewöhnlichen Film setzen, sondern die viel mehr die geniale Grundlage bilden, dass der Film sich überhaupt ungewöhnliche Bilder leisten kann.


Sicher, ein Bild sagt mehr als 1000 Worte, aber ein kluger Satz gibt 1000 Bildern erst ihre Bestimmung.

Was nutzten die spektakulärsten Bilder, wenn am Ende keiner die Kurve zu einer relevanten Botschaft kriegt?

Für mich gibt es bei der Filmkreation immer zwei Wege nach Cannes.

Entweder, man hat einen ganz normalen Satz (à la „die neue Kraft“) und inszeniert ihn mit ungesehenen Bildern.

Oder man hat einen starken Grundgedanken und inszeniert ihn mit sich der daraus ergebenden ungesehenen Story.

Wer sich nur auf Weg eins verlässt, der hat später nichts in der Hand, wenn die Bilder nicht so ungewöhnlich werden, wie man sich das vorgestellt hat.

Wer eine ungewöhnliche Story dank eines ungewöhnlichen Grundgedanken hat, der kann zwar auch Gefahr laufen, dass sein Film im Desaster endet, aber er ist nicht ganz so abhängig von den Bildern.

Und zugegeben, als Texter liebt man eben gute Texte.

Hier zwei Beispiele, die beides geschafft haben.

Für einen Fernseher: Armchair viewing, redefined.

Für ein Deo: So sorry destiny.

Selbst wenn man die Filme nicht kennt, gehen schon welche im Kopf ab.

Wieder mal „advertising as its best“.



TVC „Space Chair Project“ für Toshiba von Grey, London.




TVC „Destiny““ für Axe von der Agentur Ponce, Buenos Aires.

Kommentare:

lino hat gesagt…

"Destiny" - Was für ein feiner Film. Manche Hollywood-Romantic-Comedy transportiert in 2 Stunden nicht so viel wahres über das Leben

Anonym hat gesagt…

beide top.
der zweite außerordentlich.

Jen hat gesagt…

"Armchair viewing, redefined" - find ich einfach genial!

Banause hat gesagt…

"Armchair viewing, redefined." - das ist in der Tat ein ganz netter Claim. Schade nur, dass diese paar Wörter der einzige kreative Agenturbeitrag zu dem Spot sind: http://tinyurl.com/yj9kt7n

Sebastian hat gesagt…

beide spots auf ihre art und weise richtig stark!

und stefan, da ich mir nicht sicher bin, ob es sich um einen tippfehler oder um einen sprachlichen irrtum handelt, ein gut gemeinter hinweis: richtig muss es "at its best" heißen. "as its best" gibt es nicht :)

SZ hat gesagt…

@Sebastian: at its best – völlig richtig. Danke. War Dreher beim Schnellschreiben.