Mittwoch, 23. September 2009

Geniestreich oder Schwachsinn?

Cadbury hat seinen nächsten „Coup“ in den digitalen Orbit geschickt: Zingolo. 


Dahinter scheint sich ein Song zu verstecken. Quasi der erste Song, den „A Glass and a Half Full“-Records aufgelegt hat.


Der Rap kommt aus Ghana. Grund: Das ist das Land, aus dem auch die Kakaobohnen stammen, die in der Schokolade verwurstet werden. Und deshalb fliegen die in dem Video da auch so unmotiviert durch die Gegend.


Aha.


Ich persönlich kann dem Teil absolut nix abgewinnen und finde es einfach nur blöd und hege große Sympathie für den Kommentar aus einem englischen Blog, der diesen Spot wie folgt beschreibt: "Strange...but not good strange".


Allerdings ist er der einzige negative Kommentar unter 10 positiven Kommentaren. Und vielleicht ist meine ablehnende Haltung ein Ergebnis der kreativen Spießigkeit meiner Midlife-Crisis-Werbegeneration.


Oder aber man sieht es so: Die Bürde kreativer Überflieger-Leistungen kann manchmal auch total in die Irre leiten.


Nach solchen Werken wünsche ich mir fast schon die gute alte Werbedenke zurück.


Siehe auch die Beiträge: Ingredienzen ungewöhnlicher Filme und Wie beliebig darf's denn sein?



Was meint die kreative Jugend dazu?




TVC „Zingolo feat. Tinny“ für Cadbury von Fallon, London. Auf Youtube gibt es auch noch die Langversion über 4,58 min (http://www.youtube.com/watch?v=hGKj9E1M6K4)

Kommentare:

Anonym hat gesagt…

ich bin noch kiene 30 und der spot ist für mich ohne jeglichen sinn und verstand.

das sind die meisten deutschen milch werbungen ja besser.

also rausgeschmissenes geld. mal ehrlich. das kannst du doch nicht als idee deinem chef zeigen. der würde dich einweisen...

mein fazit: absoluter schwachsinn...

was die sich immer denken...

Anonym hat gesagt…

Ich sag nur:" Verstehen Sie wie ich dass meine? Da ist denn so ein Kopf in Menschengröße vor einer Hütte und da springen Kakaobohnen raus!" Alle Menschen sind froh das der Kopf im Anschluß (nach Bohnenattacke) die Straße herunterfährt. Und dann tanzt ER auf dem Dach.!!!!

Cool: "SO MACHEN WIR DASSSSSS!!!!!"

Iwo Randoja hat gesagt…

Na ja, als Musikvideo eventuell erträglich, wenn man diesen Afro-Rap-Jungle-Mix mögen würde, aber wer tut das schon?

Als Spot relativ unsäglich. Die Langversion mit 5 Minuten dürfte jedem verbliebenen guten Willen dann den Rest geben.

robzn hat gesagt…

Und warum macht der fliegende Holzkopf die Grimassen der Leute nach? Versteht ihr das? Ich versteh's net.

phigo hat gesagt…

naja, das ist kein richtiges skript dahinter. wirkt, als ob die vor ort ein bisschen gedreht hätten, und danach kam die idee per 3d-animation rein. mich deprimiert der film irgendwie, da treffen zwei fremde welten aufeinander und harmonieren nicht – oder ziemlich ungut.

NatePortnoy hat gesagt…

find ich auch doof. den hier find ich aber gut:
http://www.youtube.com/watch?v=ezkxxpwPvic&feature=player_embedded#t=129

was passiert, wenn man in echt nur 140 zeichen auf einmal sagen könnte...

Anonym hat gesagt…

habe erst nur die langversion gesehen. fazit: ich fand die mucke nicht einmal so scheisse. mal was neues. von dem her. nettes musikvideo. aber der nochmal und nochmal gucken bleibt definitv aus. das trashige mag ich. aber die maske ist auch irgendwie billig gemacht. aber hey. die musik bleibt. von dem her immer noch hundert mal besser, als irgend so ein deutscher milchspot...

milchsaeure hat gesagt…

Der Gorilla war Hingabe pur.
Trucks war fad.
Dancing Eyebrows war immerhin zartbitter.
Zingolo ist einfach nur ranzig.
Da hat wohl das Marketing Regie geführt.

Fabian hat gesagt…

Leude ey, will den Spot hier nicht verteidigen. Aber zieht euch doch erstmal mal ein bisschen was drüber rein, bevor ihr hier neunmaklug eure Kommentare postet.
Was da Fallon mit Cadbury auf die Beine stellt ist echt beeindruckend. Ihr checkt ja noch nichtmal, dass die eigentliche Idee hinter der ganzen Nummer, Gorilla etc. "Glass and a half full production" ist.

Und wenn man nur Schanze und Mitte hängt, geht an einem auch mal vorbei, wer da überhaupt singt.

Und noch was: Die Scheiße funktioniert. Das ist echt. Cadbury verkauft mit sowas Schokolade.

Scholz and friendsen (faken) kann jeder.

Fabian hat gesagt…

Tinny The Hit Maker

Tinny
While most hiplife artistes are working towards landing major leads, one hiplife artiste that continues to come out with hit songs one after the other is Tinny Nii Addokwei Quaynor. He takes everything he does to the next level.

For Tinny also known as Aletse Kankpe, Fire Starter, Buffalo soldier and Dreadlock Kankpe, it is hiplife and his family that laid the foundation for his success. Many young guys and girls in Ghana and abroad have adopted and embraced the kind of style he raps.

Zingolo is the first single from Glass and a Half Full Records.

Download via iTunes: iTunes.com/Tinny/Zingolo-Single


All Cadbury profits go to Charity 'CARE'.

Ghana is the heart of Cadbury Dairy Milks Fairtrade Cocoa and so the track celebrates all things Ghanaian: its people, its rappers, its dancers, its cultural figures and, of course, its cocoa beans.

So turn up your speakers, get down and ZINGOLO!

SZ hat gesagt…

Ich tue mich mit all den Werbespots schwer, deren Erklärung man sich im Netz erst erlesen muss.

JUN. hat gesagt…

Einfach nur gaga. Aber nicht gut gaga. Schade.

Fabian hat gesagt…

Dann ist man vielleicht einfach nicht die Zielgruppe.
Bzw. wie willst du an einem Spot die Strategie, die hinter einer Kampagne steckt, erkennen?

Anonym hat gesagt…

Warum hat der Gorilla nochmal am Schlagzeug gesessen und Phil Collins gehört?

SZ hat gesagt…

@Fabian: Verbraucher denken nicht in Strategien und Konzepten. Verbraucher denken in den paar Sekunden des Betrachtens in profanen Kategorien wie "gefällt mir" und "interessiert mich" oder "gefällt mir nicht" und "interessiert mich nicht". Bei mir hat "gefällt mir nicht" gegriffen, gefolgt von "interessiert mich nicht". Werbung funktioniert so einfach wie gnadenlos.

Anonym hat gesagt…

es geht um freude. bei mir hats bei gorilla funktioniert. und hier auch. nicht im gleichen maße - aber es funktioniert. hier wird einem nicht freude "versprochen"... mit vier gelackten vignetten-fressen in einer weltfremden werbewelt. hier wird einem in der werbung direkt ein moment der freude "geschenkt". einen kurzen, leichten glücksmoment. genau, wie wenn man ein stück schokolade isst. das ist gewöhnungsbedürftig - wo ist die botschaft? was wollen die mir damit sagen? das ist hier scheissegal - wenn man zu denen gehört, die die musik nicht scheisse finden. aber denen bleibt ja immer noch phil collins. ein bisschen mehr freude leute. und jetzt schaue ich mir gleich noch einmal die langversion an.

ps. an die kritiker und alles scheisse und krank und zu bunt - fraktion. fabian hats schon gesagt. es funktioniert auch.

Sebastian hat gesagt…

die kurzen tanzeinlagen sind ziemlich cool, aber die idee dahinter und der bezug zum produkt erschließt sich mir nicht. und plötzlich dieser unsägliche kerl auf dem dach!! das lied ist auch furchtbar, aber das ist geschmackssache...
dagegen war shaggy für 'maxi king'noch richtig gut!

Anonym hat gesagt…

was funktioniert auch? Das der Durchschnittskunde sagt: "Oh wie cool, scheiß egal, ich geh jetzt Schokolade kaufen?" Geht es bei einigen Standpunkten wirklich um das Werk oder um die Grundmechanik von Werken dieser Art? Irrationale Kreativität polarisiert nun mal. Dies ist auch (denke ich) ein wichtiger Bestandteil. Auch bei Kampagnen dieser Art bewegen sich die Kreativen auf dünnem Eis. Mal klappt es mal nicht.Ist dies nicht auch ein Problem von viralen Spots?

Ich bleib dabei: "Is nicht meins!"

Anonym hat gesagt…

Der Kunde am Regal denkt weniger und fühlt mehr. Ich trage keine Nike weil ich darauf besser laufe, als auf einem Reebok. Ich trage sie weil sie mir ein gutes Gefühl geben. Dieses Gefühl ist nicht rational. Der Gorilla war auch nicht rational. Er war eben dieses Gefühl. Man konnte mitfühlen, es hat einen reingezogen.
Zingolo ist mir da zu weit weg. Ich kann mich nicht in den Spot rein fühlen. Afrika, lebende Masken - nicht mein Ding.
Trotzdem finde ich die Richtung gut. Denn unser Gehirn isst mit und Liebe geht häufig vom Kopf in den Magen.
Ich wünsche mir mehr Kunden, die sich von der Idee an sich begeistern lassen.

Anonym hat gesagt…

ich will freud vermitteln. wie schmammig und larifari ist das denn bitte. das will bmw und die anderen auch.

schokolade kann noch mehr. und auch wenn es funktioniert. den gorilla-spot fand ich auch schon ziemlich scheiße.

und bei dem spot vergeht mi der appetit auf schoki.

das gefühl, das gefühl... das haben doch alle. also was sollen diese notdürftige, strategische erklärungsversuche. da ist einfach keine strategie dahinter. außer gaga...

Anonym hat gesagt…

Der Spot macht mir Spaß, ich finde ihn sinnlich. Ich werde in eine eigenartige Welt reingezogen und reise ein wenig mit. Den Sänger und die Grinsefratze am Ende würde ich rausnehmen. Der klapprige Kopf ist doch Zauberei genug! Nach "District 9" bin ich aber evtl. auch vorbelastet ;D ...trotzdem find ich Leysieffer geiler. Machen die Werbung??? ( bezieht sich auf die Kurzversion)

meistermochi hat gesagt…

ach guckt euch die milka-scheiße an.

cadbury traut sich wenigstens mal was. ist witzig und schafft aufmerksamkeit.

chris hat gesagt…

mein traum endete heute mit dem abbinder: "A Glass and a half full of joy films" muss ich mir Gedanken machen? =)

Anonym hat gesagt…

Gut gemacht ist der Spot, aber auch sinnvoll? Diese Frage stellt sich grundsätzlich nicht bei Cadbury. Ganz offiziell geht es ihnen lediglich um Aufmerksamkeit und Unterhaltung - der Bezug zum Produkt kann da vernachlässigt werden.
Hier ist auch das Problem bei diesem Spot. Wenn abgefahren und "losgelöst", dann richtig (Gorilla, Schlagzeug, bizarr aber lustig), aber nicht noch eine Pseudo-Produkt-Geschichte hinzudichten.