Montag, 11. Mai 2009

Der gläserne Kreative?

Vor 22 Jahren fand die letzte Volkszählung in Deutschland statt. Eine Volkszählung nennt man die Erhebung von statistischen Bevölkerungsdaten, damit eine Regierung ihren gesellschaftlichen Auftrag besser „planen“ kann (Infrastruktur, Renten, etc.).

Soweit ich mich erinnere, sollte diese Volkszählung schon einige Jahre früher durchgeführt werden. Aber der Widerstand in der Bevölkerung und die politische Entwicklung verzögerten diese Aktion.

Die zahlreichen Kritiker der Volkszählung spielten mehrere Jahre erfolgreich die „Datenmißbrauchs“- und die „Eingriff-in-Privatsphäre“-Karte aus.

Was gab es für Gegenbewegungen und Aufstände.

Der deutsche Staat startete eine 46 Millionen schwere Kampagne für die Volkszählung.

Darüber würde sich Google heute kaputt lachen.

Gegen das Tracking all unserer Bewegungen im Internet ist die Volkszählung eine Pipifax-Veranstaltung.

Dennoch:

Ich möchte hier offiziell festhalten, dass auch ich Analyse-Tools in meinem Blog nutze.

Nein, ich kann damit nicht sehen, wie du heisst oder wo du wohnst.

Nein, ich kann damit auch nicht sehen, ob du aus meiner Agentur bist und anonyme Kommentare hinterlässt.

Und nein, ich kann damit auch nicht sehen, welche anderen Webseiten der Leser gerne besucht.

Das ist mir auch vollkommen egal.

Was ich sehen kann ist, welche meiner Beiträge häufiger gelesen werden.

Das ist nützlich, denn damit kann ich meine Schlüsse für das Verfassen neuer Beiträge ziehen.

Für alle Leser, die erst seit kurzer Zeit vorbei schauen, sei erwähnt, dass meine ersten 100 Beiträge als reine Erfahrungsberichte eines Kreativchefs für Kreative und Berufseinsteiger gedacht waren. Jeweils beendet mit einem Tipp. So dass sich da 100 Tipps für den finden, der noch etwas Orientierung in diesem Job sucht.

(Eine Übersicht der ersten 50 Tipps findest du hier. Eine Übersicht der zweiten 50 Tipps findest du da.)

Damit alle von meiner Blog-Analyse profitieren können, liste ich  die 10 meist gelesenen Beiträge seit dem 1. September 2008 mal auf:

  1. Wer wird Textpraktikant. Und wie.
  2. Lieber Jean-Remy,
  3. Wie man TV Treatments schreibt.
  4. Wenn Kampagnen nach hinten losgehen.
  5. Slogan oder Claim?
  6. Das Briefing ist die ewig zu lange Kurzanweisung.
  7. Halbzeit: Die ersten 50 Tipps als Übersicht.
  8. Warum hat das Schwein Flügel?
  9. Journalist oder Werbetexter?
  10. Eine Longcopy zum Thema Longcopy.
Was nun das Tracking angeht: Ihr könnt jetzt abstimmen, ob es euch in diesem Blog stört oder ob es euch egal ist.

Kommentare:

ramses101 hat gesagt…

Blogstatistik ist halt Statistik, die Spaß macht. Ich schau mir auch gerne an, wo meine Besucher herkommen, wann die meisten auf dem Blog waren usw. Die meistgelesenen Einträge sind mir hingegen recht egal, meistens sind deren Leser eh über einen Suchbegriff bei mir gelandet, der nur ganz aus Versehen was mit dem eigentlichen Blogpost zu tun hatte.

Trotzdem ist es tatsächlich erschreckend, was man so alles freiwillig ins Internet schreibt (von Fotos will ich gar nicht anfangen). Deshalb "filter" ich das auch ganz gerne über Xing, quasi die einzige Schnittstelle zwischen Klarnamen und Pseudonym (abgesehen natürlich vom wahren Leben).

Aber auch unter meinem Nicknamen würde ich nicht alles preisgeben. Wichtig ist, dass man sich darüber bewusst ist, was man alles erzählt - und wem. Ich kann mir nicht vorstellen, dass ich jemals die Daten meiner Statistiktools für irgendwas einsetzen könnte. GEnau so wenig wie andere Blogbetreiber mit meinen Daten (IP, Uhrzeit, VErweildauer etc) was anfangen könnten (anfangen im Sinne von nutzen). Amazon kann hingegen schon ein ganz ordentliches Profil von mir erstellen.

Das Gute/Schlimme daran: Ich habe bestimmt 20 Bücher im Regal stehen, auf die ich sonst im Leben nicht gekommen wäre.

Fabian hat gesagt…

http://open-trace.de

Anonym hat gesagt…

egal.

Anonym hat gesagt…

Weil ich gerade durch die Top10-Liste das erste Mal auf deinen Treatment-Beitrag gekommen bin:

Wieso haben sich beide Spots im Vergleich zum Treatment so geändert?
Finde beide Treatments besser als das Endergebnis.

meistermochi hat gesagt…

stört nicht.

SZ hat gesagt…

@Anon 09:42h: Zwischen Skript und fertigem Film liegen Fallstricke wie Regisseur, Produktion, PPM, Location, Wetterbedingungen, Setbedingungen etc..
Sie alle können den Film Qualität kosten. Oder aber dazu addieren.

Allerdings bin ich mit dem Endergebnis der beiden Filme nicht so unzufrieden wie du.