Freitag, 6. März 2009

Ich mache 140 Anschläge. Jetzt doch.

Okay, okay, natürlich habe ich die Geschichte von dem Typen gelesen, der nach erfolgter Rettung aus dem Flugzeug auf dem Hudson River erst mal seine ganzen Eindrücke auf Twitter gestellt hat.

Und alle Welt hat ihn verfolgt.

Das war aber noch lange kein Grund für mich, es auch zu tun.

Twitter (Gezwitscher) mit dem Vogel Logo ist momentan die wohl ernsthafteste Innovation im Netz nach Kalibern wie amazon, ebay und facebook.

Schon vor ein paar Monaten meinte ein Leser dieses Blogs, ich sollte mich bei Twitter anmelden, um die Bekanntheit und den Traffic auf meinem Blog zu erhöhen.

Wie immer bei so digitalen Emporkömmlingen (damals habe ich "digitaler Quatsch" gedacht) sperre ich mich erst einmal intuitiv dagegen.

Noch ein Lesezeichen mehr in meinem Browserfenster. Und dazu noch ein Mini Blog. Ich bin doch schon beschäftigt genug mit meinem Maxi Blog.

Nein, war meine Reaktion, mein Blog hier sollte sich ohne solche Verlinkungsmechanismen ausbreiten (was er ja auch getan hat).

Auch das niedliche Vögelchen und der naive Wolkenhintergrund fühlten sich bei einem kurzen Abstecher auf das Portal eher wie so eine Kinder- oder Teenagerseite an, mit der ich nichts zu tun haben wollte.

Aber durch einige Gespräche mit überzeugten Zwitscherern und durch einige Artikel in der Presse (WamS, Zeit und heute Spiegel online) habe ich mich umstimmen lassen und werde es jetzt ausprobieren. Und für mich erkunden.

Diese meine Aktionen im Netz dienen ja unter anderem dazu, meine digitale Selbstfindung voran zu treiben. In diesem Fall frage ich mich momentan noch, ob es nicht eher mein digitales Leidensvermögen ist.

Da steht so viel gequirllte Scheisse, dass man sich nur mit Widerwillen heranwagt. Auch kann man ganz schnell ganz viel Zeit in dem Nest verdaddeln.

Die Kunst bei Twitter scheint mir zu sein, seine „Follower“ zu finden, damit es halbwegs Sinn macht.

Und natürlich kann man das ganze Gezwitschere auf seinem Handy ablaufen lassen.

Das einzige, was mich als Texter an Twitter spontan begeistert hat, ist das Texten auf Anschlag (bin erst seit gestern angemeldet als "Textergesucht").

140 Anschläge sind ziemlich kurz, wenn die URL, die du eventuell dranhängen willst, schon allein 60 Anschläge hat.

Wie dem auch sei, ich bin jetzt also auch erst einmal so ein komischer Vogel und werde sehen, ob ich das aushalten kann.

Da ich unter meiner Leserschaft ein paar Profi-Twitterer wähne, bin ich auf Anregungen und Kommentare gespannt.



Grauenhafter Viral für Twitter. Wäre schon ein erster guter Grund, dort gleich wieder abzuzwitschern.

Kommentare:

shifty hat gesagt…

URLs werden via TinyURL gekürzt, also hast du da schon einmal mehr Platz.

Außerdem könntest du auch einen Twitter Client nutzen.. dann brauchst du ein Tab weniger. :)

Shifty

SZ hat gesagt…

Gleich zwei Bahnhöfe auf einmal: wie bekomme ich die TinyURL einer URL? Und was ist ein TwitterClient?

Trotzdem danke erst mal.

shifty hat gesagt…

TinyUrl ist ein "Kurz-URL-Dienst".

Wikipedia sagt:Unter einem Kurz-URL-Dienst versteht man einen Dienst, der die Erstellung von Weiterleitungs-URLs auf andere URLs erlaubt, die idealerweise aus möglichst kurzen Zeichenketten bestehen. Dies dient ursprünglich dazu, für unhandliche URLs handhabbarere Aliase (besser zu merken, schneller einzugeben, ...) erzeugen zu können.

Twitter nutzt diesen Dienst automatisch. Wenn du also bei twitter eine ewig lange URL eingibst, verkürzt Twitter diese automatisch via TinyURL.

Einfach mal eine URL "twittern" und dir dann das Ergebnis ansehen. Dann siehst du was ich meine.

TwitterClient = Twitter Programm.

Du musst nicht über die Weboberfläche von twitter.com twittern. Du kannst dir auch ein Programm installieren, welches dir alles ein wenig komfortabler darstellt.

shifty

shifty hat gesagt…

Nachtrag: www.tinyurl.com

Da kann man das auch "händisch" machen.

Anonym hat gesagt…

sorry aber das ist doch alles bullshit. habt ihr denn kein bock auf privatsphäe? müßt ihr jedem mitteilen in welchem nasenloch ihr gerade nach dem rechten schaut? jeder versicht sich heutzutage wichtig zu machen wie up to date er doch wäre.

aber welch ein glück. selbst wenn mal der rechner nicht geht kann ich ja immer noch mit dem handy meine mitmenschen nerven und dinge los werden die im endeffekt doch sowieso niemanden ernsthaft interessieren. auch wenn manche glauben uns sachen zeigen zu müssen die wir auf keinen fall verpassen dürfen bin ich noch immer nicht dümmer als manch andere komische vögel hier.

also vögelt nicht zu viel sonst fängt euch noch eines tages der wurm :-)))

Anonym hat gesagt…

..lass mich raten, du hast Twitter selber noch nie ausprobiert oder dir eine eigene Meinung gemacht, oder?

Runaway Brain hat gesagt…

@Anonym

Was gibt es da zu raten? Ich habe -um mir eine eigene Meinung zu machen- mich mal etwas durch diverse Twitter-Profile geklickt. Und auch bei Bekannten und Freunden ist es mir total egal, ob diese am Sonntag Kopfschmerzen verspüren, weil sie am Vorabend beim Komasaufen Erster wurden. Ich stelle jetzt ganz ehrlich die Frage: Was soll denn bitte interessant an twitter sein? Twittern irgendwo Prominente aus dem Nähkästchen? Gibt es jemanden, der unterhaltsam schreibt, weil er wie Charles Bukowski über die Welt abtwittert?
Ich habe mich jedenfalls ausgeklinkt als ich erfahren durfte, dass "monalinse" es für nötig hielt der Welt zu sagen, dass sie "den ganzen Tag telekonfernzieren muss"...

Anonym hat gesagt…

Gut, ich glaube Twitter ist nichts für dich.

Anonym hat gesagt…

Was soll ich eine Probefahrt machen? Um mir eine eigene Meinung zu machen, habe ich mal ein paar Leuten beim Autofahren zugesehen..

Man sollte das Ganze schon einmal selber ausprobieren. Wenn du natürlich nur bei Lisa Müller aus Unterschleißheim ihre Bericht über ihre Erdbeertage liest ist das eher uninteressant.

Meiner Meinung ist momentan kein Medium so schnell oder gibt so viel Preis über Zielgruppen wie Twitter.

Und ob interessante Leute twittern? Hier mal ein paar Leute aus der Filmbranche:
http://www.slashfilm.com/2009/03/06/movie-directors-writers-and-actors-on-twitter/

Oder aber mal bei den deutschen Twitter Charts gucken:
http://www.popkulturjunkie.de/wp/?p=4207

my 2 cent

Anonym hat gesagt…

auch die jenigen die hier pro-twitter sind konnten nicht ein vernünftiges argument zu twidder bringen. mal ganz ehrlich. was soll das, wozu dient es, was hab ich davon?

es gibt leute die ihr ganzes ach so tolles leben preisgeben, von der haarfabe bis zu hemoriden.

und es gibt die jenigen die einen nur verarschen und quatsch labbern.

und anhand diesem tool soll ich zielgruppen definieren und ausfinfig machen? kein wunder das so viele an ihrer zielgruppe vorbei kommunizieren.

Anonym hat gesagt…

Twittern tun nur diejenigen, die sich nicht trauen, nackt U-Bahn zu fahren...

Anonym hat gesagt…

Dies könnte man mal lesen..

http://blog.guykawasaki.com/2008/12/how-to-use-twit.html

Anonym hat gesagt…

und dies:

http://karrierebibel.de/zwitscher-triller-flot-%E2%80%93-wie-sie-twitter-fur-sich-nutzen-konnen/

Runaway Brain hat gesagt…

Achso, nur zur Info: Ich poste nur unter meinem Namen. Also Anonym ist Anonym, aber Anonym ist auch nicht Anonym (warum schreibt ihr keinen Namen ins Fenster?)...

Mich überzeugt der ganze Käse trotzdem nicht und ich verfolge lediglich den Twitter-Account von meinem Kollegen (der übrigens unter www-der-postillon.com einen famosen Satire-Blog betreibt):
https://twitter.com/DerChefred

SZ hat gesagt…

Twitter ist scheinbar hassen oder lieben.

Anonym hat gesagt…

für mich reicht ignorieren...

Matt hat gesagt…

..Schön, dass Du meine Argumentationskette von damals noch erinnerst - und nun Zeit zum ausprobieren findest.



Ich werde das/dich verfolgen.

lg, Matt.

Matt hat gesagt…

Ach ja.....

rein selbstreferentielles "Ich weise hier mal auf meinen Blogpost hin" ist nicht der Sinn von Twitter.

Du solltest schon Leuten folgen,
(....vielleicht folgen die Dir dann auch zurück)

Daraus könnte so eine Art Dialog entstehen....

( mehr verrate ich jetzt nicht....)

lg,Matt.

ramses101 hat gesagt…

Wer von den Leuten bei Twitter genervt ist, liest bei Leuten mit die ihn nerven. Wer dafür Twitter die Schuld gibt, steht auch am Bahnhofskiosk mit nem Anglermagazin und schüttelt den Kopf über so viel Belanglosigkeit, immerhin hat er ja noch nie geangelt.

Ich lese das, was mich interessiert. Ich lese keine Katzenblogs und ich "followe" niemanden, dessen Tweets mir nichts zu sagen haben, außer vielleicht, dass "Ronny voll doof ist" und "Mathe ein Arschloch".

Am Anfang ist es schwierig, sich zurecht zu finden, das gebe ich zu. Und ich kenne niemanden (!) der nicht als erstes mit watn-Scheiß reagiert hat, nachdem man ihm Twitter erklärt hat (including me).

Warum Twitter? Zum Beispiel weil es Unterhaltung gibt. Auch von unerwarteter Seite.

Z.B: http://twitter.com/weltkompakt twittert eben nicht wie Spon und Konsorten die neuen Links - dafür gibt es RSS-Feeds - sondern absolut Lesenswertes aus dem Redaktionsalltag. Ok, auch mal nicht so Lesenswertes, ganz so streng darf man da nicht sein.

Und natürlich, weil es Informationen, Flurfunk, Links und sonstiges Zeug aus dem Kollegenkreis gibt. Wenn man das überflüssig findet, von mir aus. Nerven kann Twitter aber eigentlich nicht, denn was bei einem auf dem Schirm landet, entscheidet man selbst.

(Wobei ich durchaus nachvollziehen kann, dass allein das ganze Gerede schon nerven kann. Die schlechte Nachricht: Da muss man durch. Die gute: Das geht vorbei (vielleicht))

ramses101 hat gesagt…

PS: Flurfunk etc. aus dem Kollegenkreis anderer Agenturen ist natürlich gemeint. Wir wollen ja nicht ZU nerdy werden.

Anonym hat gesagt…

Zu TinyURL gibt's auch Alternativen. Statt zu erklären, einfach mal gemacht ;)

http://www.gesucht.tk

oder noch kürzer

http://www.texta.tk

Wenn Dich Deine Herkunft nicht eine Gratis-URL-Weiterleitung (Koscht nix!) favorisieren lässt, kann man das noch etwas optimieren.

Gruß,
Christian

SZ hat gesagt…

@matt: Ja, ich habe mich deines Tipps erinnert.

Natürlich ist mir klar, dass ich anderen auch "followen" muss, um höhere Vernetzung zu schaffen.

Nur ehrlich fehlt mir momentan die Zeit, um zu sondieren, welche Arten in dieser Riesenvoliere es wert sind.

Mal sehen, vielleicht an Ostern. Oder Weihnachten.