Donnerstag, 19. Februar 2009

Was heisst Rohrkrepierer auf englisch?

Neulich konnte man hier einen schönen Überblick bekommen, wie viele Werbe-Archive im Internet kursieren, die uns Kreativen die „beste Werbung weltweit“ anbieten.

Um das zu unterstreichen, haben sie selbstverständlich solch ambitioniert klingende Namen wie BestAdsonTV oder Creativity online.

Da erhält man, wenn man will, jede Woche einen Podcast als Abo und kann sich das Beste vom Besten der globalen Kommunikationsszene reinziehen.

Wenn dem nur immer so wäre.

Gerade jüngst ist mir aufgefallen, dass sie einem teilweise echte Scheisse auf den Computer schicken.

Oder hab ich mal wieder die Spots und ihre subtilen Gags oder ihren kulturellen Hintergrund nicht mitbekommen?

Hier zwei internationale Rohrkrepierer zur Auswahl:



Viral (oder was auch immer) „Quest for G“ für Gatorade.

Soll eine Parodie auf Monty Python’s Holy Grail sein. Ich find es nicht witzig und frage mich, was das Teil unter „Bester Werbung“ zu suchen hat?




TVC „Field Generals“ für Nike.


Sicher nicht schlecht gemacht, aber international wirklich in der Champions League?


Es ist beileibe keine neue Erkenntnis, dass auch international viel Durchschnitt exisitiert. Aber durch diesen Zwang, jede Woche etwas Neues und Herausragendes präsentieren zu müssen, wird Mittelmaß immer schöner und schöner geredet.

Und plötzlich findet es auch noch alle Welt gut.

Also, nicht immer gleich beeindrucken lassen, nur weil der Spot auf Englisch ist und von den selbsternannten Online-Kreativ-Experten in den Himmel gehoben wird.

Diese ganze Internet-Archiv-Blase hat irgendwie Parallelen zu der schönen Wikipedia-Anekdote um den neuen deutschen Wirtschaftsminister. Kennen wahrscheinlich die meisten von euch schon.

Kurz: einer der vielen "rasenden Wikipedia-Reporter" hat bei gleichnamigem Portal unter die vielen Vornamen des neuen Wirtschaftsministers Karl-Theodor von Guttenberg noch einen „Wilhelm“ gemogelt. Und die Bild-Zeitung hat ihn am Dienstag fleissig auf der Titelseite gedruckt.




Tja, Qualitätsprobleme, wohin man schaut. Auch bei den immer ach so akribisch recherchierenden Journalisten.

Da fühlt man sich doch gleich ein bisschen besser.

Hab schnell noch mal auf leo.org nachgeguckt, was Rohrkrepierer auf englisch heisst.

Drei zur Auswahl: barrel burst, damp squib oder non-starter.

Welcher der drei Begriffe letztendlich der gängige englische Sprachgebrauch – im Zusammenhang mit "Scheisse" – ist, klären hoffentlich die Kommentare.

Eine wahnsinnig wichtige Informationslücke, die dann endlich aus der Welt geschaffen wäre.

Danke, Internet!

Kommentare:

Anonym hat gesagt…

Was hälst du eigentlich von dieser BILD WERBUNG Aktion?

SZ hat gesagt…

Habe mich nicht damit beschäftigt.

mitch hat gesagt…

non-starter ist sicherlich eine gängige übersetzung. und vor allem auch für non-natives leicht abzuleiten.

cheers.